Die 5 Minuten der #wirbleibendaheim Künstler

Ist es nicht schön, wenn Künstler sich für das Gemeinwohl engagieren. Philantropisch, aufgeschlossen und mit ihrer Kunst dazu beitragen wollend – und könnend! – etwas besser zu machen? Die Welt bunter, das Leben schöner und vielleicht auch die Freiheit etwas betonender zu gestalten. Wenn sie für das einstehen was #bunt nun mal ausmacht. Auch, gerade auch(!) in Krisenzeiten?

Ja, das waren noch Zeiten als Künstler hier in unserem Lande das Leuchtfeuer der Freiheit waren. Nur waren sie das nie. Zu keinem Zeitpunkt. Und schon gar nicht als Gemeinschaft. Bestenfalls immer als Einzelfälle. Aber zu jeder Zeit.

Kunst entsteht aus dem Konflikt zwischen Realität und Anspruch. Der wahrgenommenen und/oder erlebten Realität und dem, was man denn gern als Realität hätte. Oder nur als Traum. So entstanden die Werke von van Gogh oder auch von Much, der mit seinem Werk “Der Schrei” eine andere Gegenwart sah, als ein Vincent mit seinen Farbspielen zum Ausdruck brachte.

Vincent van Gogh war ein Hungerleider. Er konnte von seiner Kunst zur damaligen Zeit nicht leben. Litt bitterste Not.
Da sind viele Künstler heute weiter. Bekommen immerhin Sozialhilfe. Vincent musste sich seine Farben vom Munde absparen.

Und da gerade mediale Künstler wie Schauspieler, TV-Moderator oder gar Nachrichtensprecher, letztere als die Spitze derer, die selbst Journalismus künstlerisch aufzuwerten vermögen, bekannt sind, bekommen sie in der Regel auch höhere Gagen/Gehälter/Angebote, als Else Klingenbusch an der Kasse von Aldi. Oder als Rudi Tonnendreher, der ja nur Müll beseitigt.

Ja, die Sache mit der Wertschätzung ist schon komisch. Von dem, was Künstler so bringt und dem, was er so kriegt. Im Gegensatz zum Pflegepersonal zum Beispiel. Das unter Lebensgefahr eine Leistung erbracht hat, hochgelobt wurde und am Ende noch nicht mal einen Cent von dem Bonus bekam, der ihnen angeboten wurde. Auch das ist eine Kunst. Und kein Künstler beschwerte sich. Machte diesen Akt der politischen Kunst von Lug&Trug zu einer Kampagne. Warum auch. Es ging den gagenverwöhnten Helden der Leinwand ja noch gut. Schließlich glaubte der Künstler den anderen Versprechungen, dass die Theater wieder aufmachen. Und dort, und nur dort, war das künstlerisch wertvoll abzuschöpfen was sie haben wollten: die völlig überhöhten Gagen, weil sie auch noch von all denen bezuschusst wurden, die Steuern zahlten.

So ist es nicht erstaunlich, dass man zu den Nöten der Kollegen von Gastronomie und Eventbranche schwieg. Zu Hoteliers und Friseuren. Oder Einzelhändlern. Oder auch zu anderen Kollegen, die von Kleinauftritten lebten, die sie, die Helden der Leinwand nur dafür bedauerten zu solchen Gehältern auch nur aufzustehen.

Hieran merkt man, dass Kunst verbindet. Mitunter.

Aber nun, nach so 16 Monaten mit ständig sinkenden Einkünften und immer weniger Perspektive geht unseren Helden nun auch das Geld aus. Dafür gewinnen sie die Einsicht all die Fragen auch zu haben, haben zu müssen, die vor ihnen auch schon andere hatten. All die, die Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger und auch Nazi waren.

Und so fand ein Marketingkünstler und Filmemacher aus München eine Möglichkeit eben diese drängenden Fragen zu thematisieren. Nicht als Philantrop, aber als Geschäftsmann. Denn sein Geschäft dümpelte auch vor sich hin.

Und so setzte man sich in Verbindung und fand sich dann nach und nach in einer Location ein (man beachte das Treppenregal in den gutgemachten Spots!) und sprach mit Hilfe des Stilmittels Satire all die Fragen an, die JEDER inzwischen auf den Lippen hat aber nicht zu stellen wagt. Denn wir, die Normalbürger, sind keine Künstler, die das ungestraft dürfen, richtig? Es gibt da so Subjekte, die finden Denunziantentum richtig geil. Rufen Partner, Arbeitgeber oder gar Freunde an.

Solche Vorsicht kann schon mal entfallen, wenn die Hybris die eigene Bedeutung im System den Dünkel der Eigenwahrnehmung erreicht. Wo man mit viel Heuchelei, Arschkriecherei, Schleimertum und Duckmäuserei an die Futtertröge kam, und das als Erfolg ansah. Nicht mit reiner Kunst. Aber all die eben erwähnten Charaktereigenschaften können auch zur Kunst werden…

Und daher war die Überraschung groß, dass diese Aktion #wirbleibendaheim im linken Umfeld der Medienbranche nicht so gut ankam. Man sich urplötzlich auf der Seite derer wiederfand, gegen die die Kunst zu sein hatte. Man selbst binnen Sekunden zum Staatsfeind Nr. 1 wurde. Wie all die, die vorher auch schon auf Gagen verzichten mussten. Ihre Unternehmen, Firmen und Geschäfte schließen mussten. Seit 16 Monaten bis zu 100% weniger Einkommen hatten. Sie standen plötzlich selbst medial dort, wo andere schon vor ihnen waren.

Und wie reagiert der Künstler darauf? Zieht er wie Siegfried sein Schwert und stellt sich dem Drachen? Als Künstler der Kritik?
Weit gefehlt!

Innerhalb von noch nicht mal einer Nacht distanzierte man sich von der Kampagne, von seinem Spot, seiner Meinung und seinen Geschäftseinbußen, die ohnehin aktionsbegründend gewesen waren.

Allein die Drohung sie nicht mehr zu besetzen reichte aus, dass sie die Taschentücher herauskramten und ein altgriechisches Drama zum Besten gaben. Eine Tragödie in Sachen Missverständnis.

Da stand dann im WDR ein Jan Liefers, immerhin ein Verfolgter des DDR-Regimes, vor der Kamera und wurde von so einem Nachfolger adliger Degeneriertheit gefragt, ob er denn naiv wäre, da mitgemacht zu haben. In den Fußstapfen von Karl-Eduard von Schnitlzer versuchte Martin von Mauschwitz einem Baldur von Schirach gleich Liefers in die rechte Propagandaecke zu drücken. In einem Tonfall, den Goebbels aus der Reichspressekammer nicht besser hinbekommen hätte. Oder der Kreml in den Tagen des NKDW, was besser zu diesem Moderationskünstler passen sollte.

Und so hatten diese Künstler, nun mit berechtigtem Eigeninteresse, ihre 5 Minuten Restpopularität. Ihr persönliches Momentum an Einsicht, dass sie auch nicht besser sind als all die, auf die sie gern herabgesehen haben. Von ihren Bildschirmen. Und nun auch nicht anders behandelt werden. Welch Überraschung…

Willkommen im Club der Nazis könnte man nun schreien, aber mal ehrlich: WER braucht so etwas wie EUCH? Wendehälse nannte man euch 1990. Feiglinge seid ihr. Dumme Feiglinge. Nicht naiv, wie dieser WDR-Agitator eines Moderationskünstlers meinte, sondern nur saublöd, opportunistisch und heuchlerisch.

Ihr wollt wieder an die Tröge der fetten Gagen und Aufträge? Vergesset es. Ihr werdet jetzt am Nasenring eurer Feigheit durch den Ring gezerrt. Von einer Show zur nächsten. Dürft auf Knien kriechen und dem Volk zeigen, dass das System „Mainstream“ vor keinem Halt macht, was genauso demokratisch wie einschüchternd wirkt.
Danach bekommt ihr eine Zeitlang immer miesere Rollen bis ihr auf den Veranstaltungen rumtingelt, die bisher von den von euch verachteten „kleineren“ Kollegen besetzt waren. Vielleicht müsst ihr sogar nach „Big Brother“ oder ins „Dschunglecamp“, damit ihr zumindest C-Movieangebote bekommt.

Werbeverträge? Mal ehrlich? Wer will euch denn noch für was, nachdem ihr hier die Beliebigkeit eures fehlenden Charakters zum Besten gegeben habt? Wenn überhaupt dann bei QVC wo ihr Schmiermittel prominent besetzt belächeln dürft. Oder Abführmittel. Und das ist nicht böse, aber wer will sein Produkt schon mit euch in Verbindung bringen?

Nun denn ihr Helden der Arbeit in Sachen Kunst. Nun seid ihr auch Nazis. Wie alle anderen kritischen Bürger auch, die schon vor euch Fragen laut zu stellen wagten. Die sich bei verschiedensten Demonstrationen allwöchentlich vermehrt treffen. Auch ohne eure nette Zuarbeit. Und ohne eure heuchlerische Visage zu beklatschen.

Ihr hattet eure 5 Minuten an der Spitze der Futterkette der kritischen Kunst und die Masse von euch hat kläglich versagt. Nicht vor fünf Minuten, aber seit dem Tag, wo eure kritische künstlerische Auseinandersetzung mit notwendigen Fragen opportun gewesen wäre. Als man begann die Existenz von Menschen bewusst kaputt zu machen. Sie anfeindete, als sie kritische Fragen stellten. Und als man sie dafür in die rechte Ecke stellte. Ihr HATTET jede verdammte Chance.

Eine diese geförderten Mainstream-Aktivisten prosaischer Art aus Berlin, deren Namen ich mir hier verkneife, wollte die Polizei auf der Müllkippe entsorgen.

Und was soll ich sagen… genau dort gehört ihr Wendehälse hin. Für immer. Ihr seid keine Künstler. Noch nicht mal mündige Bürger. Ihr seid ein verwöhnter, opportunistischer und egoistischer Abschaum von widerlichen Wendehälsen.

Es ging euch nicht um die Sache. Nicht um Freiheit oder Demokratie. Es ging um eure eigenen Einkünfte. Dafür habt ihr eure Quasi-Prominenz ausgespielt und das System Mainstream hat euch gezeigt, wohin ihr gehört.

Und das Schlimmer: JEDER weiß nun was ihr seid. Die fünf Minuten sind um. Und nun kauft euch einen blauen Sack und macht es Rudi Tonnendreher leicht! Denn er arbeitet für sein Geld. Schon immer. Zum Nutzen der Gesellschaft.



WIDERSTAND hat stets einen Preis. Aber wir haben ein Grundrecht darauf Widerstand zu leisten (HIER). Müssen den Preis nur zu zahlen bereit sein.



„Sie gewinnen dadurch, dass sie dich glauben machen du wärst allein.“ (Star Wars IX)

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