Denunzianten und Trolle – doch WER sind die?

In Coronazeiten kommt bei vielen wieder das Bedürfnis auf hilfreich zu sein. Andere waren es schon seit je her. Der täglich Anruf bei der Polizei, dass man mal wieder etwas gesehen hat. Dass im Keller Licht brennt und man das mal melden wollte.

„Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand“ war mal ein Spruch, den man den eigenen Kindern vermittelte, um genau das zu vermeiden, was “Informanten” gern tun. Früher hatten wir andere Namen für die. Da hießen sie einfach Verräter. Dann in Schönsprech abgemildert Denunzianten. Weil auch das mieseste Subjekt noch eine nett wissenschaftlich klingende Bezeichnung für einen miesen Charakter verdient. So meinte man wohl, denn anders ist der Wortwandel nicht zu erklären. Denn „Verräter“ war eigentlich selbsterklärend und einprägsam.

Und wie alles, was schöngeredet wird, endet es meistens damit, dass wirklich miese Protagonisten ihren sehr tadeligen Charakter auf eine wirtschaftliche Stufe emporheben. Das Denunziantentum als Geschäft begreifen. Sogar Leute dahingehend beraten so etwas zu fördern. Oder gar so zu sein.

Über Klaus Kinski wurde einmal gesagt, er wäre deshalb ein so guter Charakterdarsteller, weil er selbst keinen hatte. Das war damals böse. Könnte es auch heute noch sein. Nur ist dieser fehlende Charakter bei einigen inzwischen zum Markenzeichen geworden.

Natürlich brauchen beispielsweise Sicherheitsbehörden Denunzianten. Dort dann gern als „Quellen“ tituliert und gern auch auskommend bezahlt. Für die … Arbeit. Oder Leistung.
Auch Reporter haben hier oft solche Quellen. Nur wird hier die ein oder andere Quelle auch schon mal gekauft. Man bezahlt nicht mehr für Informationen, die angeboten werden sondern für das Angebot der gewünschten Information. Das hat den Schritt zu dem gemacht, was da Lügenpresse oder bestenfalls noch Meinungspresse heißt. Relotius lässt grüßen (sehr umfangreich: HIER)!!

Auch in gewissen Regimen war das Denunziantentum ein fester Bestandteil der sozialen Ordnung. Der NS-Blockwart ist noch gut bekannt. Oder das Hauskommittée bei den linken Gesellschaftsbildern. In China ist es die sog. „Nachbarschaftshilfe“.
Im Netz sind es die Trolle. Die teils offen, oder teils versteckt, aber auf jeden Fall mit Inbrunst, ihr Denunziantentum ausleben. Mit makabren Namen wie Rudi Wahrheit, Malcolm  X. oder Julia International.

Manchmal auch ganz hintenherum. Als Heiko Maas das Netzdurchdringungsgesetz (NDG) auf den Weg brachte, wollte er doch tatsächlich die Antonio-Amadeus-Stiftung als Wächter einsetzen. Eine Linksaußen stehende Stiftung, deren Vorsitzende eine IM der Stasi war. Das sagt uns natürlich auch, welches Geistes Kind solche Vorschläge machen kann!

Bei Facebook herrscht das Korrektiv! Nicht als Anspruch, sondern als Name eines Unternehmens, das ebenfalls so weit links steht, dass das Wort Meinungsfreiheit noch nicht mal mehr mit dem Fernglas zu sehen ist. Das fällt auf. Selbst dumme Menschen merken es. Nur halt nicht solche Unternehmen, die gern auch noch staatliche Fördermittel einstreichen, und sich im Zentrum des Erfolgs sehen.

Dass so etwas auch kleinere Trittbrettfahrer an Land zieht, die hier auch mal mit charakterlosem Geist absahnen wollen, ist klar.

Manche tun es anonym. Wie Coronaparties melden. Oder den Kleingärtner, der zur Unzeit Laub verbrennt. Oder den Hundebesitzer, der den Haufen seines Lieblings nicht wegmacht. Oder den Falschparker vorm Bäcker. Gern auch mit wöchentlichen Gesamtmeldungen, wo man auf der Polizeiwache schon auf den Umschlag wartet.
Manche tun es auch ganz offen. Als Lebenszweck. Die bringen diese Anzeigen gleich selbst zur Polizei oder zum Ordnungsamt. Halten die Anzeigeaktenzeichen akribisch fest und telefonieren sogar hinterher. Das sichert auf den Behörden Arbeitsplätze!

Doch wer sind diese lieben Mitbürger, die jeder gern mal in dunklen Ecken begegnen würde? Und wie wird man zu so einem Drecksstück? Zum Verräterschwein? Und Hobby-Blockwart?

Neben einer irgendwie falschen Sozialisation als Kind und dann auch später mit wenigen Korrekturen bedacht erfolgt so etwas wohl in verschiedenen Stufen.
In aller Regel kennt jeder von uns solche Kreaturen. Sitzen in der hinteren Ecke, zeichnen sich durch nichts aus und finden deshalb recht schnell Sinn und Zweck in Ideologien oder Religionen.
Meist suchen sie sich solche Organisationen aus, die gerade auf einem Allzeithoch sind. Im Mittelalter waren es die Jesuitenansichten, im größten Reich aller Zeiten trugen die Braun, danach dann blaue Hemden zu den schwarzen Hosen. Und da die SED nicht abgeschafft sondern nur zweimal umbenannt wurde, tragen solche Verräter heute gern den Ausdruck „sozialistisch“ mit sich spazieren.

Wie das endet wissen wir. Bis zu ein oder zwei Dutzend Profile in den Social Media am Start und immer auf der Suche nach Kommentaren und Posts, gegen die man agieren kann. Zur Verbesserung der Welt. Und mit Drohungen versehen. Bis hin zu offener Erpressung, was dann eine besondere Form der korrektiven Meinungsvielfalt ist.

Nur wer ist das? Gibt es ein Gesicht zu solchen Leuten? Ja, hier ein Beispiel! Wir bedanken uns bei Herrn N. aus Bad Zwischenahn. Seine n..com pr+kommunikationsberatung (ohne link, denn wir wollen doch nicht auch noch Treffer generieren!) für seine wertvollen Beiträge auf LinkedIn & Co.

Doch wer ist so ein Held der Aufklärung? Hier ein Auszug von seiner Homepage:

„Wir sind sicher im deutschsprachigen Raum die Spezialisten in Sachen Gestaltung kommunikativer, hochwirksamer Straßenaktionen, die man ohne Aufwand realisieren kann.

Wir helfen Ihnen aber auch, wenn es darum geht, Sitzungen und Konferenzen effektiver und zielorientierter zu gestalten und zu leiten. Wir unterstützen und begleiten z.B. auch Betriebs- und Personalräte bei ihrer Arbeit bis hin zur Gestaltung von Betriebsversammlungen mit mehr Pfiff und weniger Stress.


Wir machen NGO’s, ehrenamtlich Engagierte, Kirchen und Parteiorganisationen, Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte fit, sorgen hier z.B. dafür, dass man flächendeckend wahrnehmbarer und aktiver wird.“

Man beachte das fett unterlegte Wort…!

Da werden Statements (also z.B. meine!) gern damit kommentiert, ob man nicht mal meinen Brötchengeber über meine Statements informieren sollte! Angestellte schockt das und sie zucken zurück. Unser Held reibt sich die liederlichen Händchen. Nur bin ich mein eigener Arbeitgeber. – Blöd gelaufen!

Also weisen wir ihn daraufhin, dass man sich arbeitgeberseits darauf freut von Denunzianten zu hören. Man sein Unternehmen gegoogelt hätte und sich nun fragt, ob das die Art von PR- und Kommunikationsberatung ist, die seine Kunden so wollen. Und da man sich nicht vorstellen kann, dass man so sein Geschäft betreiben kann, man ihn in einem Artikel gern namentlich bewerben würde… Für mehr Klicks sorgen würde.
Für intelligente Menschen, mit etwas Selbsterhaltung würde JETZT die Googlemaschine anspringen und der Rückzieher kommen. Nur Menschen in einer Blase, merken nicht, wann sie den Falschen angestoßen haben.
So kam Herr N. auf den Gedanken siegreich zu sein. Ich solle meine Beleidigungen im Netz unterlassen! Soll heißen, er glaubte A) nicht an diese Werbung und B) hatte er immer noch nicht gegooglt.
Also der Hinweis, dass er auf die Werbung warten könnte!
Nun wurde er misstrauisch, googelte meinen Namen und las dann unter „andere suchten auch“: Sascha Rauschenberger AfD
Muss das eine Erleichterung gewesen sein für unseren guten Experten. Für den Spezialisten, wie er sich sieht.
Klar wird danach gegoogelt. Und klar gibt es Treffer. Zu Artikeln, die ich zur AfD schrieb. Und wer die auch mal lesen würde  … wird dann enttäuscht. Aber für den PR- und Kommunikationsstrategen war der Fall klar und er postete, dass ich wohl AfD-Mitglied wäre. Und AfD-Funktionäre wohl nicht anders könnten.
Das ging noch eine Weile weiter, ist gut dokumentiert, und in sich stimmig. Keiner ging über die Grenze zur offenen Beleidigung.
Und natürlich habe ich Herrn N. gesagt, dass ich diesen Kommentarverlauf als Interview ansehe. Er glaubte es nur nicht… Doof gelaufen. Krisenkommunikation sollte er besser seinen Kunden nicht anbieten wollen. Soviel sagt mir mein Bauchgefühl.

Also wenn man wissen will, wie Trolle und Anfänger-Denunzianten aussehen, schon immer mal wissen wollte, was das für Typen sind die gern ihre ach so tolle Überlegenheit ausspielen und ihren Mitbürger die freie Meinung verbieten wollen, dann mögen sie „die Spezialisten in Deutschland“ einmal unter die Lupe nehmen.
Solche Unternehmen wachen im Hintergrund über unsere Meinung und zensieren sie. Solche Geister werden da eingestellt. Die zu blöd sind einmal genau zu lesen, die ihre Meinung und ihre Bildung und ihr Wissen als Maßstab dessen ansehen, was die verfassungsgemäße Meinung zu sein hat. Die freie Meinungsäußerung mit Moral vermischen wollen. Ihrer Moral. Und dabei gern das Wort Nazi schneller in den Mund nehmen, als Lucky Luck seinen Schatten erschießen konnte.

Hier ein Beispiel von Xing, das mich aus dem Netz erreichte:

Liebe XY, wir haben einen Inhalt von Dir entfernt. Der folgende von Dir erstellte Inhalt wurde als strafrechtswidrig(!!!) bewertet und daher am 31.03.2021, 17:15 von XING entfernt: Geteiltes Bild Unsere Begründung: nicht strafrechtswidrig(!!!), dennoch entfernt…

Die Ausrufezeichen und Unterstreichungen sind von mir!

Und da diese Trolle, Moralfirmen und Verräter-Unternehmen überhand nehmen und die Social Media mit Verleumdungen überziehen, hat beispielsweise LinkedIn bei Beschwerden eingeführt, dass man seine Daten per Ausweis zu verifizieren hat.
Da prallen Trolle dann ab.
Also hoffen wir, dass mein kleiner Dialog mit Herrn Wolfgang N. aus dem beschaulichen Bad Zwischenahn nur Teil seiner eigenen Kampagne war, um sich als Berufspetze und Obertroll irgendwo auftragstechnisch einzunisten, um seine Mitmenschen nun auch gewinnträchtig (i.e.S. von einträglich) diffamieren zu können. Unerkannt und aus dem Dunklen heraus. Wie es richtige Experten tun. Solche, die es nicht nötig haben sich mit dieser Strategie und dieser Praxis als „die Spezialisten Deutschlands“ zu bezeichnen.

Selbst wenn Deutschland auf einen (1) Einwohner schrumpft, wird aus solchen Experten niemals der Experte werden.
Wohl aber das Beispiel, wie Diffamierung im Netz funktioniert. Wie charakterlose Kreaturen, hirnlose Subjekte und Obszönitäten menschlicher Existenz mit der verfassungsmäßig verbrieften Meinungsfreiheit umzugehen bereit sind, wenn sie nur ihre Meinung als richtig ansehen.

An meinem Wesen soll die Welt genesen“, könnte ihr Wahlspruch sein. Zehntausende IMs wurden nach der Wende nicht bestraft. Man zwang sie noch nicht einmal all ihre Opfer um Entschuldigung zu bitten. Wo selbst Kinder ihre Eltern verrieten und ein Ehepartner den anderen überwachte.
Wo Briefe sach- und fachkundig (von den Experten schlechthin!) geöffnet und wie neu  wieder verschlossen wurden.
Wo Freundeskreise jahrelang von einem IM ausspioniert wurden, der dafür auch noch Geld und Sonderleistungen erhielt.

„Eine Krise verändert Menschen bis zur Kenntlichkeit“, sagt man.

Da werden auch heute in der Corona-Krise Helden sichtbar, die sich aufopfern wie Pflegekräfte oder medizinisches Personal. Andere halten die gierigen Händchen auf und/oder kaufen Schlösser zum halben Marktwert. Andere sehen sich als „die Spezialisten Deutschlands“ und empfehlen sich und ihre Leistungen als die Verräter und Erpresser schlechthin; und nicht nur in Deutschland.

Aus meiner begrenzten Sicht der Dinge, sehe ich die mögliche Kampagne und das tolle Engagement von Herrn N. kritisch bis sehr skeptisch. So kann man an besagte Aufträge kommen. So kann man sich empfehlen. So kann man seine Kernkompetenz anpreisen. Ich selbst habe auch Marketing studiert. Und so eine „andersartige Kampagne“ kann – KANN! – tatsächlich funktionieren. Benetton hat so etwas einmal in den 90er gemacht. Erst hochgelobt. Dann kopiert und dann vergessen. Schließlich in der Wiederauflage gescheitert.

Aber wer Politiker/Unternehmen beraten will, der sollte besser nicht so sein, wie die Politiker und Unternehmen schon sind. Er sollte ihr Gewissen und fachlicher Ratgeber sein. Nicht ihre Nemesis, die sie auch noch zur Hölle hin antreibt. – Also kurz: Viel Glück Herr N.! Möge ihre beschauliche provinzielle Abgeschiedenheit Ihnen helfen im Reich der Blinden der Einäugige zu sein.

Für alle anderen, die neben dieser Satire, vielleicht noch ein oder zwei grundsätzliche Werte als die Ihren ansehen wollen, wie zwischenmenschliches Vertrauen und echte Toleranz, der möge sich dem um sich greifenden Denunziantentum entgegenstellen. Sich von den „Herrn N.“ dieser Gesellschaft  nicht beirren lassen.
Man darf auch harte Urteile fällen. Man darf auch Formulierungen wählen, die anstößig sind. Nur müssen sie dem Gesetz entsprechen. Solche Leute wie Herrn N. darf man selbstverständlich nicht mit Schimpfworten titulieren. Das ist jenseits der Meinungsfreiheit. Aber man darf sie beispielsweise fragen, ob das jetzt eine IQ-Frage ist, wenn sie es nicht verstehen.
Kommunikationstechnisch ist das einwandfrei. Rechtlich völlig OK. Sogar ein wenig sensibel, will ich meinen. Man geht auf das offensichtliche Handicap der Mitkommunizierenden ein. Wir alle kennen das aus Mathe, wenn wir eine ellenlange Formel ableiten sollten. Wie fühlten wir uns da? Und das muss man in gewissen Situationen auch Denunzianten unterstellen. Ist er krank, geistig behindert oder gar einfach nur charakterlos und versucht nun das Fehlende zu kompensieren? Als Übersprunghandlung für Minderbegabte, Nichtsnutze und Komplettversager? Wichtige Fragen, deren fehlende Beantwortung schnell zur Vorverurteilung führen…

Oder vielleicht ist da auch ein Verlangen im Spiel. Irgendetwas versteckt sexuelles wie Freud diagnostizieren würde. Und gern auch diagnostiziert hat. Etwas Triebgesteuertes, was den Verräter erst zum Verräter macht. Wie den onanierenden Spinner zum Serienvergewaltiger.

Natürlich verdient eine solche Gestalt unser Mitleid. Klar. Ohne die dazu passende Gesellschaft wäre es vielleicht nicht so weit gekommen. „Das Mädchen hat sich immer so aufreizend angezogen“, würde vor Gericht jeder Vergewaltiger gern sagen können. Als Entschuldigung.
„Ja, musste der denn seine Meinung sagen“, würde der Verräter fragen wollen.

Und hier, ihr lieben Vollpfosten von Denunzianten jeder Abstufung, ist der Unterschied. Anders als beim Vögeln bedarf es bei der freien Meinungsäußerung noch nicht mal eurer Einwilligung. Nein, die darf sogar entgegen eurer beschränkten Meinung existieren und(!) geäußert werden. – Und das ist so richtig geil!

Am Ende bleibt mir nur noch die anderswo (HIER) versprochene Werbung für „die Spezialisten Deutschlands“ zu machen.

n….com pr+kommunikationsberatung

 

„Da werden sie geholfen“, würde Veronika Pooth treffend sagen.

(Ansonsten finden Sie ein umfangreiches und farblich aufgehübschtes Angebot auf der HP)

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